Samstag, 20. August 2016



Zelt: Feedback Gents | Flow Ensemble | HAU| Kirihara Banggang | Machine Mass | Passierzettel |
Open-Air Bühne: Duo Gunst | Duo Reinecke Wilke | Versuchsanordnung / Laboratorium | Chained To The Cooker

Bar: Happy Gangstas | The Chutney Bung Skandal |
Kulturtag Underground (Keller): spontaneous announcement |
Lesungen: Hannes Wienert | Rainer Wieczorek |
Workshop: Circle Singing mit Frank Ebeling |


Matinee Avantgarde 11:00 – 13:00

10:30 (Zelt)
HAU (GER)

Rolf Schwechheimer: drums
Martin Pozdrowicz: percussion
and maybe a special guest to be announced

HAU probt nicht. hau16HAU spielt improvisiertes Schlagwerk.  Perkussives Dada.

Da beide Künstler zum gegenwärtigen Zeitpunkt weder wissen, was sie spielen, noch mit wem, füllen wir diesen erforderlichen Textbereich mit windigem, diffusem Textbrei, in der Hoffnung, das es niemandem wirklich auffällt.
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11:00 (Open-Air Bühne)
Duo Reinecke Wilke (GER)

Markus Reineke – flutes, electronics
Frank Wilke – trumpet, trombone

Reineke-Wilke-FotoMarkus Reineke und Frank Wilke machen improvisierte Musik. Es soll im Idealfall kein „Werk“ geben, keine Stücke, keine Programme oder Konzepte. Aber dennoch hat die Musik stets Spuren einer eigenwilligen Struktur und charakteristischer Sounds, eine Handschrift.

Eddie Prevost (AMM): „Die Kunst des Improvisierens besteht in der Fähigkeit, Musik ohne vorgegebene Form zu machen – ohne einen anderen Zweck als den des Tuns und ohne Erwartung“.
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11:30 (Zelt)
Feedback Gents (GER)

Robert Schleisiek & Thilo Schölpen: Feedback Aerophonium

The Feedback Gents kl

Das “Feedback Aerophonium” ist ein selbstgebautes elektronisches Instrument, dessen Klänge durch elektroakkustische Feedbacks erzeugt werden. Durch Verwendung eines DSP-Systems (DSP = Digitaler Signalprozessor – im konkreten Fall die modulare Programmierumgebung eines Clavia Synthesizers) und verschiedenen Resonanzobjekten, wie beispielsweise Tassen oder Kunststoffröhren, ist es möglich, die Tonhöhe der Feedbacks zu kontrollieren.

Das Instrument ist mit LFO-Filtern, Amplituden- und Ringmodulatoren, Filtern und subharmonischen Tonreihen ausgestattet (vergleichbar einem Trautonium). Ohne das auch nur ein elektronischer Kontroller benutzt werden muss, kann man mit den Resonanzen der Objekte spielen. Die Unmittelbarkeit im Ausdruck durch die Entstehung des Tons und die spontane Umsetzung musikalischer Ideen machen das Feedback Aerophonium zu einem perfekten Werkzeug für die Improvisation, aber auch für Konzeptkunst und Klanginstallationen.
Darüber hinaus ist die perfomative Entstehung des Sounds spektakulär und für das Publikum stets nachvollziehbar.

Seit ihrer Jugend machen die Beiden zusammen Musik. Beide spielen Piano und studierten später Musik an der Hogeschool voor de Kunsten in Amsterdam. Neben der gemeinsamen Arbeit gab es auch Soloprojekte als Musiker und Komponisten für Theater und Film. Des weiteren geben sie Konzerte in experimentellen/elektronischen Environments und entwerfen audiovisuelle Skulpturen. Ihre Begeisterung für Feedbacks inspirierte Sie zur Entwicklung des Feedback Aerophoniums.

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12:15 (Open Air Bühne)
Duo Gunst (GER)

Hannes Wienert: pocket trumpet, piri
Martin Pozdrowicz: drums, percussion

Die Gunst der Spontankomprovisation

Gunst DuoHannes Wienert und Martin Pozdrowicz haben bereits in den vergangenen Jahren auf dem Oberscheider Kulturtag – entweder in der Formation Passierzettel oder als Gustav-Kunst-Trio – ihre eigenwillige Mischung aus Krautrock, freier Improvisation und Free Jazz präsentiert. Wir sind sehr gespannt, was die beiden dieses Mal im Gepäck haben.

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13:00 – 15:00
Lesungen, Performance und Workshop während der Mittagsruhe


Rainer Wieczorek

Bilder32Luise schreit nach Milch
Ich bin die Luise und schrei nun schon im 17. Jahr nach Wärme und Geborgenheit. Ich bin ein Kind. Einsam gelassen. Am Rand. Nie in der Horde Mitte.Was erwartet Ihr, Gesellschaft, Deutsche, die Ihr selbstgefällig verstößt, widerwillig das Almosen weggezerrt hinschmeißt und Sachbearbeiter mit gesetzlicher, sumpfiger Macht, private morälchen´s Peitsche gewährt. Richter soll´ns richten und das Eisen bricht, da an der Hitzestelle verbrennen atomarische, menschliche Bindung. Neues muß her. Ich Luise kann Revolution schon schreiben, aber nichts weiß ich; ich bin ein Kind. Dumm gehalten, bei kleinen Rechenaufgaben mit Versetzungszeugnis. Ich habe entsetzliche Angst vor Euch grauen Köpfen, dem Spinnetz. Ich sehe diese Löcher, diese schwarzen Abgründe, der Hinterhalt der stößt zum Tod. Eine Leerstelle bin ich dann, eine verratene Jugend, ein misshandeltes Kind; weil meine Mutter kein Sparbuch konnte und der Vater keine Sprache war. Ich habe zwei Narben am Knie. Ich schrieb in den Sand mit blutigem Finger. Revolution. Der Finger wurd ein Krüppel. Mein ganzes sprachloses Sein, zittert, weil ich seh doch diesen Schatten der Gewalt. Ein Kind will ich, in ungestohlener Decke. Ihm warme, weiße Milch geben, umarmt von seinen Vätern. Ich, eure Luise, will keine Revolution der Sieger.

leben_0Im etablierten Kontext der Kunst ist Wieczorek selten zu entdecken, hier werden »Göttchen« verehrt bis verfettet und Opposition ist ausgeblendet. Kunst in der öffentlichen Wahrnehmung ist zur Zeit reines Geschäft. Die Schadenfreude muss sich in Grenzen halten, wenn da Millioneninvestitionen von den Wänden fallen. Wieczorek geht es um die Kunst, ihrem Ansehen und Bestand in der Menschheitsgeschichte. Daran arbeitet er, seine Kunst will sich hier behaupten ohne Versicherungsschutz und Machtmissbrauch, ein malender Weltbürger und kein deutscher Mops.

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Hannes Wienert

IMG_2625Hannes Wienert liest Heino Jäger

Hannes Wienert ist das 3. Mal in Oberscheid dabei. Diesmal neben dem Auftritt mit Martin Pozdrowicz im Gunst Duo auch mit Lesungen des großen Hamburger Real-Satirikers. Neben Texten aus der ‚Lebensberatungs-praxis Dr. Jaeger‘ gibt es auch Jagdhorn in ‚Über Hirsche‘ zu hören!

20101019-IMG_5656Der 1938 in Harburg geborene Heino Jaeger seines Zeichens vor allem Maler und Grafiker entwickelte in den siebziger Jahren kabarettistische Stehgreifgeschichten und szenische Monologe, die bis heute zu den herausragenden deutsch-sprachigen literarisch-kabarettistischen Werken zählen.
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13:00 (Workshop/Galerie)
Circle Singing mit Frank Ebeling

ebeling_optimizedDas Circlesinging ist wahrscheinlich eine der ursprünglichsten Formen des Musizierens überhaupt. Man kann man zu zweit, zu zwanzig, zu zweihundert – oder mit wie vielen Sängerinnen und Sängern auch immer – gemeinsam praktizieren.

Entstehen lassen – vokalisieren – weiterentwickeln – variieren – fragen und antworten – wie beispielsweise in den traditionellen Gesängen Afrikas – mehrstimmig singen in pulsierenden Kanons – repetierend – zyklisch – relativ einfach und nachvollziehbar in Harmonik und Melodik – solieren – improvisieren – spielen …

Samstag und Sonntag wird Frank in der Galerie (neben der Bar) ab 13:00 Uhr einen Workshop veranstalten. Sprecht ihn einfach an.
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15:00 (Open-Air Bühne)

Versuchsanordnung / Laboratorium (GER)

Christoph Uhlhaas – keyboard, electronics, devices
Christian Barthold: guitar, electronics
Wilfried Hanrath: fretless bass, bass-ukulele

versu-bandvisual_webDas ist Forschung an Tönen, Molekülgeometrien aus Sound, Destillate spontaner Klangereignisse, mal in Form von Kompositionen, mal als reine Improvisationen. Der Name „Versuchsanordnung“ ist Prinzip, es gibt keinerlei musikalische Tabus.

Versuchsanordnung erzeugt stimmungsvolle Klangbilder, malt Bilder in den Köpfen der Zuhörer. Und komponiert gelegentlich Musik für Spielfilme. 

Versuchsanordnung, seit 2006 auf einer Reise nach neuen Klängen und neuen musikalischen Ausdrucksformen macht „Urlaub am Saundstrand“ (so der Name der letzten CD). Klingt entspannt? Ist es auch.
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15:45 (Zelt)
Flow Ensemble (GER)

Peter Wolf (Stimme, Sprache)
Ralf Schlossherr (Drums)
Wolfgang Simons (E-Gitarre, Electronics)
Christian Barthold (E-Bass, Electronics)
Stefan Strasser (Keyboard)
Gerno Bogumil (Trompete)

Peter Wolf erforscht mit dem Kölner Flow Ensemble in unterschiedlicher Besetzung die Wechselwirkung von Sprache und Musik. In Oberscheid wird das Ensemble zur Band. Dafür hat er Mitmusiker aus dem KlangDrangOrchester-Kollektiv eingeladen. Zum DADA-Jubiläum geht es um BARBIELOHN – ein Synonym für Live-Experimente zur intuitiven Sprachverwirrung. Verfremdete Wortkreationen geben entscheidende Impulse für die improvisationsbereiten Musiker. Durch erfundene Fremdsprachen ensteht der Versuch einer erklärenden Vermittlung. Wörter und Begriffe sind Ausgangspunkte für ein verborgenes Assoziations- und Bedeutungspotential.

 

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17:00 (Open-Air Bühne) Chained To The Cooker

Dagmar Breuer: vocals
Thomas Breuer: guitar, vocals

cttc2016Zu später Stunde gibt es dann noch Swing-Time mit den Breuers.
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18:00 (Zelt)
Machine Mass (BE/USA/FR)

Michel Delville: guitar, Roland GR09
Tony Bianco: drums
Antoine Guenet: piano, synths

mmass02Bereits im letzten Jahr ein absolutes Highlight – in diesem Jahr mir erweiterter Besetzung erneut am Start. Michel und Tony haben noch den Keyboarder Antoine Guenet mit an Bord und werden uns ein Jimi Hendrix Tribute der Sonderklasse präsentieren.

Der Musiker, Schriftsteller und Dozent Michel Delville hat das letzte Vierteljahrhundert lang alternative Musik gespielt.
Seine aktuellen Projekte decken ein breites Spektrum an unterschiedlichen Musikstilen ab, sowohl Jazz-Rock (The Wrong Object, douBt) als auch Avant-Pop (Comicoperando – Tribute-Band für Robert Wyatt) und Elektro-Free-Jazz (Machine Mass). Michel Delville spielte und mach- te Aufnahmen unter anderem mit Dave Liebman, Elton Dean, Annie Whitehead, Harry Beckett, Richard Sinclair, Ed Mann und Chris Cutler.

Tony Bianco ist ein aus New York City stammender Schlagzeuger. Er spielte und machte Aufnahmen mit einigen der einflussreichsten Musiker der internationalen Jazz-Szene wie Dave Liebman, Evan Parker, Paul Dunmall, Elton Dean, Alex von Schlippenbach, Reggie Workman, Paul Rutherford, Keith Tippett und John Edwards. Die Vielfalt seiner Diskographie spiegelt sein Bedürfnis wider „locker und angespannt, frei und streng“ zu sein sowie die Klänge des klassischen Jazz und Free Jazz mit einer geschlossenen und offenen Form zu kombinieren.

Antoine Guenet ist einer der aktivsten Exponenten der belgischen alternativen Musikszene und einer ihrer bedeutendsten Keyboard-Spieler. Neben seinen Vollmitgliedschaften in der legendären RIO-Band Univers Zero und in der Band The Wrong Object ist er auch Teil der freien Musikszene. Er leitet mehrere Bands, unter anderem SH.TG.N (Avant Metal) und AG8tet (zeitgenössischer Jazz).

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19:00 (Open-Air Bühne)
Kirihara Banggang (GER)

Emanuel Leander: guitar, bass
Fiede: drums
Christoph: bass, special effects
Lukas: saxophone, flutes

kiriharaDie Band macht grenzüberschreitende Musik. Sie lässt sich in kein Genre pressen, verweigert sich aber auch keinem (außer vielleicht Schlager und Metal). Die Musik entsteht zum großen Teil aus dem Bauch (wie der japanische Begriff Hara im Bandnamen verrät) und ist mit dem Körper besser zu begreifen als mit dem Kopf. Obwohl viele Rhythmen vertrackt sind und Melodien mit dem abendländischen Harmonieverständnis brechen, ist die Instrumentalmusik von Kirihara Banggang erstaunlich gut tanzbar und zugänglich. Was sie als Gruppe besonders macht, ist ihre musikalische Art der Kommunikation, mit der sie trotz ihres exzentrischen Spiels stets zu einem untrennbaren Ganzen verschmolzen sind. Ihre Stücke werden nicht jedes Mal gleich gespielt: Die Stimmung der Band und die Stimmung des Publikums wirken sich authentisch auf ihre Musik aus und gehen in eine wechselseitige Beziehung ein, die sich in extreme Spannung, Intimität und Extase potenzieren kann.

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20:30 (Zelt)
Passierzettel (GER)

Thomas Piesbergen: Stimme, EFX
Martin Pozdrowicz: Drums, Sample Pad
Thomas Siebert: E-Git
Micha Steen: E-Bass
Maik Walther: Flöte, Sax, Rahmentrommel, Stimme

PASSIERZETTELAlles fließt! Spontankomposition. Aus der anarchischen Selbstorganisation der Musik entstehen immer wieder klare musikalische Strukturen und Songs . Die Einflüsse, die sich in den kraftvollen Grooves, filigranen Klanglandschaften und hybriden Songs treffen, stammen aus dem psychedelischen Rock der 60er und dem Krautrock 70er Jahre, dem New Wave und der Avantgarde der 80er, aus arabischer, afrikanischer und asiatischer Folklore, zeitgenössischer Elektronik, Drone, Noise, Punk, Reggae und Jazz.
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22:00 (Bar)

Happy Gangstas (GER)

Blasius Maltzahn,Trompete und Gesang
Rolf Springer, Gitarre
Raphael Landauer, Dicke Zing
Gastmusikerin: Nathalie Astor, Gitarre

THE HAPPY GANGSTASPolka, Jazz ,ChaCha und Balkan Rhythmen verschmelzen mit Trompetenkapriolen. Amerikanische Evergreens werden mit so viel Drive dargeboten, dass dem Swingtänzer die Wadeln wackeln. Einige Songs werden gesungen, manchmal pfeifen alle um die Wette.

Das befriedigt den kritischen Zuhörer genauso wie den bewegungshungrigen Tänzer.

Schon im letzten Jahr haben diese Gangster dem Dorf so richtig eingeheizt – dieses Jahr kommen sie sogar noch mit Verstärkung. Hände hoch und Hut ab – Verbrechen lohnt.
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ca. 24:00 (Bar) The Chutney Bung Skandal

Martin Lewsley – vocals, guitar

martin_optimizedMartin Lewsley aus Hull/UK kommt mit seinem brandneuen Projekt „The Chutney Bung Skandal“ zu uns nach Oberscheid. Martin hat bereits 2012 unter dem leicht zu durchschauendem Pseudonym „Yelswel“ bei uns einen faszinierenden Auftritt in der Bar hingelegt. Wir sind also sehr gespannt auf die elektrifizierte Version seiner Musik.

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